Budgetbericht 2027
Gemeinde Flawil
Geschätzte Flawilerinnen und Flawiler
«Wir sollten nicht nur darüber sprechen, was Flawil kostet, sondern auch, was uns Flawil wert ist»
Rolf Claude, Gemeindepräsident Flawil
Flawil ist mehr als ein Budget. Mehr als Aufwand und Ertrag, Steuerprozente und Investitionen. Flawil ist der Ort, an dem wir leben. Wo unsere Kinder zur Schule gehen, Vereine Menschen zusammenbringen, Strassen und Wege funktionieren, ältere Menschen Unterstützung erhalten und wir uns begegnen. Vieles davon ist für uns selbstverständlich geworden. Und vielleicht ist genau das ein Zeichen dafür, dass es funktioniert.
Doch diese Selbstverständlichkeit hat ihren Wert – und ihren Preis. Die finanziellen Herausforderungen für die Gemeinden nehmen konstant zu. Die Kosten für Gesundheit, Pflege und Alter steigen. Bund und Kanton stehen selbst unter grossem Spardruck – und wenn Aufgaben oder Kosten verschoben werden, kommen sie teilweise bei den Gemeinden an. Gleichzeitig steigen die Erwartungen an eine moderne, lebenswerte Gemeinde. Natürlich müssen wir deshalb immer wieder fragen: Wo können wir effizienter werden? Was können wir besser machen? Worauf können wir verzichten? Das tun wir. Dazu finden Sie in den Beilagen Hintergründe und Zahlen zum Programm Fokus 2028.
Aber eine Gemeinde ist kein Unternehmen, das ein unrentables Produkt einfach aus dem Sortiment nehmen kann. Viele unserer Aufgaben sind gesetzlich vorgegeben. Und andere machen zwar nur einen kleinen Teil des Budgets aus, aber einen grossen Teil dessen, was Lebensqualität und Gemeinschaft ausmacht.
Über Jahre konnte Flawil den Steuerfuss senken. Gleichzeitig sind Aufgaben, Preise und Anforderungen gestiegen. Auf Dauer kann diese Rechnung nicht aufgehen.
Und deshalb sollten wir nicht nur darüber sprechen, was Flawil kostet. Sondern darüber, was uns Flawil wert ist.
Denn hinter jeder Zahl im Budget steht ein Stück unseres täglichen Lebens. Eine gute Schule. Ein sicherer Weg. Ein gepflegter öffentlicher Raum. Unterstützung im Alter. Kultur, Sport und Begegnung. Eine Gemeinde, die funktioniert.
Wir wollen mit unseren Mitteln sorgfältig umgehen. Aber wir wollen Flawil auch weiterentwickeln und bewahren, was unsere Gemeinde lebenswert macht. Denn am Ende investieren wir nicht in ein Budget. Wir investieren in den Ort, den wir unser Zuhause nennen.
Ihr

Rolf Claude, Gemeindepräsident

Strategische Tätigkeitsschwerpunkte

Die Legislaturziele 2025-2028 des Gemeinderates richten sich nach den im Jahr 2025 genehmigten strategischen Schwerpunkten 2030. Diese sind jeweils einem Schwerpunkt innerhalb eines Handlungsfeldes zugeordnet.
Lebensraum
Wohnraumentwicklung
Die Ortsplanung ist abgeschlossen und berücksichtigt eine hochwertige Innenverdichtung.
Die Entwicklung Flawils ist auf ein Bevölkerungswachstum von einem Prozent pro Jahr ausgerichtet.
Liegenschaften
Die rollende Schulraumplanung zeigt den Bedarf an Schulraum auf und die Liegenschaftenstrategie die dazugehörigen baulichen Massnahmen.
Die Realisierung des Konzepts der Stiftung Wohn- und Pflegeheim Flawil zur künftigen Nutzung des Geländes und der Gebäude des ehemaligen Spitals Flawil ist auf Kurs für einen Bezug im Jahr 2030.
Für die gemeindeeigenen Liegenschaften liegt eine Strategie vor, die den kurz- und langfristigen Zweck und Nutzen sowie nachhaltige Massnahmen aufzeigt.
Umwelt und Energie
Öffentlich zugängliche Aussenräume werden entsiegelt, fachgerecht begrünt und unter Berücksichtigung des Klimawandels beschattet.
Es sind drei weitere Massnahmen aus dem Energiekonzept 2050 umgesetzt.
Mindestens eine kommunale Fördermassnahme pro Jahr wird jeweils auf die Herausforderung des Klimawandels und die Stärkung der Biodiversität ausgerichtet.
Zusammenleben, Bildung und Gesundheit
Zusammenleben
Flawil ermöglicht Begegnungsorte und den Austausch zwischen Einwohnerinnen und Einwohnern in unterschiedlichen Lebenssituationen.
Aktive Dorfgemeinschaft
Die Institutionen Ludothek und Bibliothek werden gestärkt.
Die Jugendarbeit initiiert neue Treffpunkte und setzt sich dafür ein, dass Aufenthaltsorte im öffentlichen Raum attraktiv und zugänglich für Jugendliche sind.
Flawil verfügt über ein belebtes Kulturhaus mit regionaler Ausstrahlung.
Die Gemeinde fördert freiwilliges Engagement durch Anerkennung und gezielte Kommunikation.
Die Gemeinde stärkt das Vereinsleben durch sichtbar machen, vernetzen und unterstützen.
Frühe Förderung und Schule
Die Gemeinde stellt ein bedarfsgerechtes Angebot der Frühen Förderung sicher.
Die Leitsätze „Die Schule Flawil ist gut, wenn…“ sind überarbeitet und bilden die Grundlage für die laufende Schulentwicklung.
Die Kommunikation mit allen an der Schule Beteiligten ist definiert und wird gelebt.
Gesundheitsversorgung
Die Zusammenarbeit der Akteurinnen und Akteure wird unter Federführung der Gemeinde optimiert.
Politik und Institutionen
Partizipation und Kommunikation
Die Partizipationsmöglichkeiten werden genutzt und die Kommunikation über unterschiedliche Kanäle erfolgt gegenseitig.
Die Vision 2050 ist in Zusammenarbeit mit der Bevölkerung erarbeitet.
Prozesse
Die Dienstleistungen der Gemeinde sind kundenorientiert und werden nach Möglichkeit digitalisiert.
Mobilität, Finanzen und Wirtschaft
Nachhaltige Mobilität
Die Infrastruktur für den Langsamverkehr ist verbessert und auf den Individualverkehr und den öffentlichen Verkehr abgestimmt.
Die Bahn wird in Flawil verstärkt genutzt.
Finanzen
Der Finanzhaushalt der Gemeinde ist ab 2028 ausgeglichen.
Attraktiver Wirtschaftsstandort
Die Durchmischung von Arbeit und Wohnen wird gefördert.
Die Ansiedlung von neuen Unternehmen wird gefördert und schafft nach Möglichkeit Synergien mit bestehenden Unternehmen.
Partnerschaften
Kooperationen
Die Gemeinde arbeitet wenn möglich regional zusammen.
Die Gemeinde fördert die Vernetzung von Leistungserbringenden.

Operative Tätigkeitsschwerpunkte der Geschäftsleitung
Die Geschäftsleitung definiert jeweils die operativen Tätigkeitsschwerpunkte der Verwaltung für das kommende Jahr. Diese werden wiederum dem Gemeinderat zur Genehmigung vorgelegt.

wurden durch den Gemeinderat genehmigt. Die Mitglieder der Geschäftsleitung von links: Rene Bruderer (Bau und Infrastruktur), Tatiana Pinto Cardoso (Soziales und Gesellschaft), Rolf Claude, Gemeindepräsident (Verwaltung a. i.), Christoph Ackermann, Schulpräsident (Bildung), Adrian Bischof (Finanzen), Marc Gattiker, Ratsschreiber (Ratskanzlei).
Die Geschäftsleitung hat folgende operativen Tätigkeitsschwerpunkte für das Jahr 2026 definiert:
Geschäftsfeld Verwaltung
Einführung neue Fachapplikation Betreibungsamt
Weiterführende Optimierungen im Grundbuchamt und im Steueramt (Digitalisierung und Schnittstellen)
Prozessdokumentation und Optimierung im Einwohneramt
Geschäftsfeld Bildung
Überarbeitung der Leitsätze und Erarbeitung eines Kommunikationskonzepts für die Schule Flawil.
Überarbeitung der lokalen Beurteilungskultur im Hinblick darauf, dass in der Primarschule Leistungsnachweise unter dem Schuljahr mittels Kompetenzrastern anstelle von Noten beurteilt werden.
Umzug des Schulhauses Hinterer Grund ins Provisorium im ehemaligen Spital Flawil und dortiger Unterricht.
Förderung von tragfähigen Beziehungen durch gemeinsame Erlebnisse und gemeinsam wahrgenommene Verantwortung an der Oberstufe, auch als Beitrag zur Vandalismusprävention.
Erarbeitung und Umsetzung einer neuen Strategie im Bereich der Streicherausbildung der Musikschule Flawil (FLAMS).
Optimierungen bei den Tagesstrukturen: Prüfung von Anpassungen der Tarifstruktur aufgrund von Erfahrungen mit einkommensabhängigen Tarifen.
Unicef-Label „Kinderfreundliche Gemeinde“, Umsetzung weiterer Massnahmen des Aktionsplans 2025–2028.
Geschäftsfeld Bau und Infrastruktur
Abschluss Bauarbeiten Neugestaltung Marktplatz mit Begegnungszone Magdenauerstrasse
Planung Hochwasserschutzprojekt Dorf- und Tüfibach; Gupfengasse bis Reithalle
Umsetzung Sanierungsprojekt Schulhaus Hinterer Grund
Weiterführung Ortsplanungsrevision und Mitwirkungsverfahren über Richtplan
Diverse Arealentwicklungen mit Sondernutzungsplanung
Planung Radweg Bahndamm, Bahnhof bis Burgauerstrasse
Attraktivitätssteigerung Weidegg-Pärkli
Geschäftsfeld Soziales / Gesellschaft
Ausrichten und etablieren der neuen Organisation und deren Prozesse
Ausbau der Fachapplikationen und Archivierung in den Sozialen Diensten
Optimierung der Jugendarbeit
Zielbild Altersversorgung voranbringen
Stabstelle Ratskanzlei
1. Betriebsjahr Kulturhaus/Markthalle: Umsetzung des Betriebskonzepts
Erarbeitung und Umsetzung Konzept Marktwesen (Wochenmarkt, Frühjahrs- und Herbstmarkt)
Abschluss Projekt «Digitale Personaldossier»
Reorganisation Einbürgerungswesen
Lancierung Prozess «Vision 2050»
Stabsstelle Finanzen
«Fokus 28»: Stand, Umsetzung der Massnahmen und Planung nächste Phase
Projekt Digitalisierung Kreditorenworkflow umsetzen
Neues Werkzeug zur Finanzplanung einführen
Aufbau Regionalisierung ICT
Budgetentwicklungen im Vergleich
Ergebnisverbesserung
An der Bürgerversammlung vom 29. April 2025 wurde informiert, dass der Gemeinderat ein Massnahmenpaket «Fokus 2028» initiiert hat. Ziel ist, das Haushaltsgleichgewicht gemäss Art. 114 Gemeindegesetz (sGS 151.2) wieder zu erlangen. Es ist eine Kombination aus Ausgabensenkung, Ertragssteigerung, Investitionseinschränkung, Aufgaben- und Leistungsverzicht sowie Prozessoptimierungen. Bei der Ertragssteigerung führte die Überprüfung der Tarife und Gebühren zu verhältnismässigen Anpassungen. Weiter ist eine Erhöhung des Gemeindesteuerfusses unumgänglich.
Zu berücksichtigen gilt, dass der finanzielle Spielraum einer Gemeinde stark eingeschränkt ist, was Sparmassnahmen komplex und teilweise nicht im gewünschten Umfang rasch umsetzbar macht.
| Aufgabenbereich | Grössenordnung | Beschreibung | Sparpotenzial |
|---|---|---|---|
| Gesetzliche Pflichtaufgaben (gebundene Ausgaben) | ~85 Prozent | Gesetzlich vorgeschriebene Leistungen wie Volksschule, Sozialhilfe, Pflegefinanzierung, Strassenunterhalt. | Gering, da Mindeststandards gesetzlich definiert sind. Kürzungsversuche führen oft zu rechtlichen Problemen. |
| Freiwillige Aufgaben (nicht gebundene, teilweise gebundene Aufgaben) | ~15 Prozent | Leistungen ohne gesetzlichen Zwang wie Vereinsförderungen, Kulturangebote, Bibliotheken | Hohes Potenzial, aber gesellschaftlich und politisch umstritten, da diese Angebote die Lebensqualität der Bürger direkt beeinflussen. |
Die Gemeinde Flawil hat in den Jahren 2026 und 2027 in verschiedenen Bereichen Einsparungen vorgenommen. Einige Einsparungen betreffen Massnahmen, welche jedes Jahr anfallen werden und gilt damit als repetitive Massnahme. Dazu zählt beispielsweise der Verzicht auf die Hausaufgabenbetreuung und die Integrationsklasse, der Verzicht auf den Betrieb der Volière oder auch das Essen an der Bürgerversammlung. Ein überwiegender Teil der Einsparungen betrifft allerdings Massnahmen ohne repetitiven Charakter. Diese laSomit wird das Einsparpotenzial von Jahr zu Jahr weniger und führt unausweichlich zu einem spürbaren Einschnitt in die durch die Gemeinde finanzierte Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger. Eine Detailaufstellung der Einsparungen/Verzichten und eine grössere Darstellung der Diagramme ist weiter unten als Download zu finden.
Im Jahr 2026 wurden Verzichte, Einsparungen, Optimierungen mit 1,5 Mio. Franken (entspricht ca. 7 Steuerprozente mit 17 Massnahmen) und im Jahr 2027 mit 1,3 Mio. Franken (entspricht rund 6 Steuerprozenten mit 30 Massnahmen) umgesetzt. Einige haben jährlich wiederkehrende Auswirkungen. Dazu zählt beispielsweise der Verzicht auf die Hausaufgabenbetreuung und die Integrationsklasse, der Verzicht auf den Betrieb der Volière durch die Gemeinde oder der Verzicht auf den Badi-Bus. Einen überwiegenden Teil der Einsparungen betrifft allerdings Massnahmen ohne repetitiven Charakter. Auch sind Massnahmen geplant, die erst mittel- oder langfristig Auswirkungen haben werden und heute noch schwierig abzuschätzen sind. Das Ergebnisverbesserungsprogramm Fokus 2028 ist noch nicht abgeschlossen und es müssen weitere Massnahmen geprüft werden.
Budget 2027
Mit dem Budget 2027 legt der Gemeinderat und die Geschäftsleitung den Haushaltsplan für das nächste Jahr vor. Es dient als Planungsinstrument und zur Legitimierung der geplanten Ausgaben.
Erfolgsrechnung (Funktionale Gliederung)
| Nettoergebnis in CHF | Budget 2027 | Budget 2026 | Rechnung 2025 |
|---|---|---|---|
| Allgemeine Verwaltung | -4’717’500 | -4’441’450 | -4’415’552.76 |
| Öffentliche Ordnung und Sicherheit, Verteidigung | 47’135.00 | -85’053 | -106’081.74 |
| Bildung | -26’672’480 | -26’626’210 | -26’162’464.93 |
| Kultur, Sport und Freizeit | -1’986’900 | -1’655’500 | -1’534’088.23 |
| Gesundheit | -4’505’800 | -4’478’500 | -4’171’466.78 |
| Soziale Sicherheit | -6’915’980 | -6’678’020 | -6’227’729.38 |
| Verkehr | -2’213’500 | -2’141’500 | -2’568’381.96 |
| Umweltschutz und Raumordnung | -1’055’000 | -724’800 | -692’639.92 |
| Volkswirtschaft | -133’100 | -129’500 | -366’732.69 |
| Finanzen und Steuern | 47’865’800 | 46’665’400 | 46’064’995.91 |
| Gesamtergebnis (- = Aufwandüberschuss) | -287’325 | -295’133 | -180’142.48 |
Gemeindebudget 2027
Das Budget der Erfolgsrechnung der Gemeinde Flawil prognostiziert im Jahr 2027 ein operatives Ergebnis von -1,5 Millionen Franken (siehe Erfolgsrechnung nach Arten). Mit dem Bezug aus den Reserven von 1,2 Millionen Franken (wovon 0,75 Millionen Franken Ausgleichsreserve) liegt das Resultat der Erfolgsrechnung bei minus 287’325 Franken, was einem Aufwandüberschuss entspricht. Der Gesamtaufwand beträgt 67,054 Millionen Franken und der Gesamtertrag beläuft sich auf 66,767 Millionen Franken. Der Aufwandüberschuss, sofern er eintritt, muss mit den Reserven im Eigenkapital verrechnet werden.
Ergebnis und Steuerfuss
Die Gemeinde Flawil hat seit einigen Jahren ein strukturelles Defizit. Dieses Defizit wird im Jahr 2027 mit verschiedenen Massnahmen sowie mit dem Bezug aus den Ausgleichsreserven in der Höhe von 0,75 Millionen aufgefangen.
Um dem Defizit entgegenzuwirken, hat der Gemeinderat verschiedene Möglichkeiten geprüft und Massnahmen an die Hand genommen. Unter anderem wurde bereits 2025 das Ergebnisoptimierungsprogramm „Fokus 2028“ lanciert, dessen Auswirkungen eine Verbesserung von rund 1.5 Millionen Franken im Budget 2027 beisteuert. Es bedarf weiterer Massnahmen, die aber nicht kurzfristig realisiert werden können. Um das Defizit langfristig decken zu können, werden die Leistungsbereiche fortlaufend überprüft und beeinflussbare Aufwendungen eingespart, gekürzt oder optimiert. Nebst Ertragssteigerungen und der geplanten Steuererhöhung werden die Prozesse verbessert.
Aus diesen Gründen muss der Gemeinderat an der bisherigen Finanzplanung festhalten und es wird beantragt, dass der Steuerfuss 2027 auf 134 % (bisher 127 %) erhöht wird. Von der geplanten Erhöhung um 7 Steuerprozente sind 3 Steuerprozente direkt dem Entlastungspaket des Kantons St.Gallen und des Bundes mit Überwälzung an die Gemeinde Flawil zuzuschreiben. Die weitere Entwicklung der Periode 2028 bis 2031 ist im Abschnitt der Finanzplanung erläutert.
Der Grundsteuersatz wird unverändert mit 0,8 Promille beibehalten. Dieser stellt sicher, dass alle Liegenschaften, unabhängig davon, ob die Eigentümerschaft in Flawil wohnhaft ist, sich an den Gemeinkosten beteiligt.
Die Erträge sind abgestimmt mit den Erwartungen und bereits publizierten Angaben von Kanton, insbesondere dem kantonalen Steueramt, sowie der Erfahrung der letzten Jahre.
Bei den Steuern der natürlichen Personen werden Mehreinnahmen erwartet (2,75%). Aufgrund der aktuellen Wirtschaftslage werden die Einnahmen bei den Gewinn- und Kapitalsteuern von juristischen Personen, also bei den Steuern von Firmen, tiefer eingeschätzt. Die Projektverschiebungen mit den nun kumulierten Realisierungen in den kommenden Jahren führen nach dem Bauabschluss zu zusätzlichen Abschreibungen der aktivierten Investitionen. Die wachsende Verschuldung wird die Zinskosten weiter ansteigen lassen.
Investitionen
Die Gemeinde Flawil rechnet für das Jahr 2027 mit 20,9 Millionen Franken bereits genehmigten Investitionen. Für neue Kredite beantragt der Gemeinderat 2,045 Millionen Franken, wovon rund 1,495 Millionen Franken 2027 benötigt werden. Die Neugestaltung des Marktplatzes mit der Tiefgarage wird abgeschlossen werden. Verzögerungen beim Neubau der Turnhalle und Musikschulzentrum Feld führten dazu, dass mit einer Fertigstellung erst im Jahr 2028 gerechnet wird. Die Mittel für die Investitionen können dabei nur marginal selbst erwirtschaftet werden, für weitere Investitionen muss zusätzliches Fremdkapital aufgenommen werden.
Ausblick
Die Massnahmen zur Kosten- und Ertragsoptimierung werden die Gemeinde auch im Jahr 2027 und in den Folgejahren beschäftigen. Dabei geht es auch darum, die Abläufe und die Organisation zu verbessern und sich auf die gesetzlich festgelegten Pflichtaufgaben zu fokussieren. Das Programm „Fokus 2028“ hat 2025 bereits mit über 3.5 Steuerprozenten zur Entlastung beigetragen. In den Jahren 2026 und 2027 ist dies in noch grösseren Umfang der Fall.
Erfolgsrechnung – Artengliederung
| in CHF | Budget 2027 | Budget 2026 | Rechnung 2025 |
|---|---|---|---|
| Betrieblicher Aufwand | -62’018’750 | -60’295’018 | -61’185’224.08 |
| Personalaufwand | -27’461’200 | -27’297’000 | -27’375’776.86 |
| Sach- und übriger Betriebsaufwand | -10’827’170 | -9’966’590 | -9’807’954.59 |
| Abschreibungen Verwaltungsvermögen | -2’814’000 | -2’088’300 | -2’090’377.37 |
| Einlagen Fonds/Spezialfinanzierungen | -29’150 | -290’068 | -461’535.40 |
| Transferaufwand | -20’887’230 | -20’653’060 | -21’449’579.86 |
| Betrieblicher Ertrag | 60’329’925 | 57’754’685 | 58’364’866.19 |
| Fiskalertrag | 37’500’000 | 35’020’000 | 34’793’611.62 |
| Regalien und Konzessionen | 12’700 | 9’700 | 7’294.35 |
| Entgelte | 8’707’740 | 7’960’500 | 8’751’515.41 |
| Übrige Erträge | – | – | 43’600.00 |
| Entnahmen Fonds/Spezialfinanzierungen | 701’800 | 367’600 | 399’715.94 |
| Transferertrag | 13’407’685 | 14’396’885 | 14’369’128.87 |
| Betriebsergebnis (- = Aufwandüberschuss) | -1’688’825 | -2’540’333 | -2’820’357.89 |
| Finanzaufwand | -1’597’100 | -1’063’800 | -749’181.33 |
| Finanzertrag | 1’787’100 | 1’766’500 | 2’034’392.54 |
| Finanzergebnis | 190’000 | 702’700 | 1’285’211.21 |
| Operatives Ergebnis (- = Aufwandüberschuss) | -1’498’825 | -1’837’633 | -1’535’146.68 |
| Einlage in Reserven | – | – | -13’000.00 |
| Entnahmen aus Reserven | 1’211’500 | 1’542’500 | 1’368’004.20 |
| davon Ausgleichsreserve | 750’000 | 1’392’500 | 1’200’000.00 |
| davon Reserve Werterhalt Finanzvermögen | 286’500 | 150’000 | 168’004.20 |
| davon Vorfinanzierung Marktplatz / Kulturhaus | 175’000 | – | – |
| Gesamtergebnis (- = Aufwandüberschuss) | -287’325 | -295’133 | -180’142.48 |
Erfolgsrechnung nach Arten
Die Darstellung der Erfolgsrechnung nach Arten erlaubt die Übersicht der Kosten unabhängig der operativen Herkunft. Es entspricht der Darstellungsart nach dem Rechnungslegungsmodell des Kantons St.Gallen (RMSG).
Negatives operatives Ergebnis
Der zweistufige Erfolgsausweis zeigt, dass das budgetierte operative Ergebnis minus 1’498’825 Franken beträgt. Das ist besser als im Budget 2026, jedoch zeigt die Finanzplanung durch die weiterhin steigenden gebundenen Ausgaben und kommenden Abschreibungen weiterhin ein negatives Bild für die Zukunft. Das strukturelle Defizit, bei welchem bei normal laufender Konjunktur die Einnahmen nicht ausreichen, um die laufenden Kosten zu finanzieren, besteht weiterhin.
Die Veränderungen der Reserven, insbesondere der Bezug aus der Ausgleichsreserve in der Höhe von 0,75 Millionen Franken, korrigiert das Gesamtergebnis wesentlich. Der Aufwandüberschuss beträgt auch nach den Reservebezügen noch 287’325 Franken.
Massnahmen zur Reduktion des strukturellen Defizits
Das Programm Fokus 2028 zeigt mit den kurzfristigen Massnahmen Wirkung. Aktuell bringt das Programm Einsparungen in der Grössenordnung von 3 bis 7 Steuerprozenten pro Jahr. Die mittel- und langfristigen Massnahmen, wie Organisationsentwicklung und Anpassungen in der Art und Weise, wie Dienstleistungen und Behördenaufgaben erfüllt werden können, werden weitere, heute schwierig zu quantifizierende Ergebnisverbesserungen ergeben. Es ist zu berücksichtigen, dass Kostenvermeidung schwierig auszuweisen ist. Auf der anderen Seite hat die Gemeinde viele nicht beeinflussbare Kostenentwicklungen, welche finanziell belasten: Neue Gesetze aus Kanton und Bund, zunehmende Alterung der Gesellschaft und steigende Gesundheitskosten, Ansprüche der Gesellschaft an die Gemeinde usw. Das bedeutet, dass die erzielten Einsparungen durch laufende neue Kosten kompensiert werden und das aktuelle Defizit anhält, sofern nicht neue Einnahmen erzielt werden können.
Personalaufwand
Der Personalaufwand ist um rund 164’000 Franken höher budgetiert als im Vorjahr. Die Zunahme von 0,6% ist vor allem auf die Einstufungen und Mutationen bei den Lehrpersonen, beim Verwaltungspersonal und höheren Weiterbildungskosten zurückzuführen. Die bewilligten Stellenprozente in der Verwaltung bleiben unverändert. Die Teuerung und Lohnanpassung wird nach dem Entscheid des Kantonsrates in der Wintersession beurteilt und übernommen. Die aktuellen Teuerungsprognosen weisen derzeit ein tieferes Niveau auf, so dass im aktuellen Budget keine Teuerung miteingerechnet worden ist.
Sach- und übriger Betriebsaufwand
Der Sach- und übrige Betriebsaufwand ist rund 860’000 Franken höher budgetiert als im Vorjahr. Grössere Abweichungen gibt es im baulichen Unterhalt, wo sich die Altlastensanierung der Schiessanlage Girenmoos mit 410’000 Franken niederschlägt. Für das Provisorium bei der Sanierung des Schulhauses Hinterer Grund wurden 98’000 Franken berücksichtigt und für den baulichen Anschluss des Kindergartens Wisental an die Fernwärme 55’000 Franken. Das zusammen mit den Nachbargemeinden geplante IT-Projekt zur Regionalisierung und Bündelung der Kräfte wird mit 200’000 Franken veranschlagt, dabei werden die Kosten nach Nutzen durch die Nachbargemeinden getragen. Dies ist im Budget mit 2/3 berücksichtigt. Im Informatikbereich sind zudem höhere Kosten für die Modulergänzung fehlender Fachapplikation der Sozialen Dienste (97’000 Franken) und markant gestiegene Softwarekosten enthalten.
Abschreibungen Verwaltungsvermögen
Die planmässigen Abschreibungen des Verwaltungsvermögens betragen rund 2,8 Millionen Franken. Diese sind um 0,7 Millionen Franken höher als im Vorjahr und haben vor allem mit im Jahr 2026 und 2027 abgeschlossenen Projekten zu tun, die nun abgeschrieben werden müssen. Der Abschreibungsaufwand wird aufgrund der Investitionstätigkeit in den nächsten Jahren markant ansteigen. Die endenden Abschreibungen von Investitionen aus früheren Zeiten sind tief und werden die neuen Abschreibungen nur wenig abfedern.
Einlagen Fonds / Spezialfinanzierungen
Fonds und Spezialfinanzierungen sind Rückstellungen mit einer besonderen Funktion (z.B. Parkplätze, Feuerwehr, Energie, Abwasser- oder Abfallbeseitigung). Diese zweckgebundenen Mittel werden bei Bedarf für entsprechende Ausgaben verwendet. Wenn bei Spezialfinanzierungen in der Erfolgsrechnung ein positives Ergebnis erzielt wird, so wird dieser Betrag dem Fonds zugewiesen.
Fiskalertrag
Die Steuereinnahmen wurden nochmals optimistischer budgetiert als in den Vorjahren. Dabei wurden die natürlichen Personen mit 2,75 % zuzüglich einer Wachstumsprognose (Neuüberbauungen) sowie die Quellensteuern mit 3,2 % erhöht. Die Erträge bei den juristischen Personen wurden um 0,2 Millionen Franken tiefer auf 1,8 Millionen Franken budgetiert, dies bedeutet einen Rückgang zum Budget 2026 um 10 % (Vorjahr Minus 20 %). Die nach wie vor sehr unsichere Wirtschaftslage zusammen mit der Einschätzung des aktuellen Jahres ergeben diesen nochmaligen Rückgang. Andere Steuern wie Grundstücks-, Gewinn- und Sondersteuern basieren auf Erfahrungswerten.
Regalien und Konzessionen
Hierbei handelt es sich um Erträge aus der Erteilung von Bewilligungen und dergleichen, ohne direkte Gegenleistungen wie zum Beispiel Gastwirtschaftspatente.
Entgelte
Der erwartete Erlös für Ersatzabgaben, Gebühren für Amtshandlungen, Benützungsgebühren und weitere Dienstleistungen sowie die Rückerstattungen werden für 2027 höher budgetiert, mit einem Plus von rund 750’000 Franken. Dies ist vor allem auf Rückerstattungen beim IT-Projekt Regionalisierung (140’000 Franken), bei der Sozialhilfe (200’000 Franken), auf eine Einmalzahlung beim Bauprojekt Turnhalle und Provisorium Feld (200’000 Franken) und geschätzt höherer Erträge bei den Grundbuchgebühren (150’000 Franken) zurückzuführen.
Entnahmen Fonds / Spezialfinanzierungen
Das Gegenstück zu den Einlagen in Fonds/Spezialfinanzierungen sind die entsprechenden Entnahmen. Wenn bei Spezialfinanzierungen (z.B. Parkplätze, Feuerwehr, Energie, Abwasser- oder Abfallbeseitigung) in der Erfolgsrechnung ein negatives Ergebnis erzielt wird, so wird dieser Betrag aus dem Fonds bezogen.
Transferaufwand
Darin sind alle Gelder zusammengefasst, welche die Gemeinde an Bund, Kanton, andere Körperschaften und Dritte abliefern muss. Die gesamten Aufwände erhöhen sich gegenüber dem Vorjahr um knapp 234’000 Franken (Vorjahr rund + 155’000 Franken) auf 20,8 Millionen Franken. Grössere Abweichungen gibt es beim Kostenanteil des spezialfinanzierten Abwasserverbandes Flawil-Degersheim-Gossau, bei dem aufgrund des Projektes zur Erneuerung der Blockheizkraftwerke mit Mehrkosten von 290’000 Franken zu rechnen ist. Bei den Beiträgen für die Unterbringung in Heimen werden 300’000 Franken weniger budgetiert, dafür wird bei der Sozialhilfe rund 215’000 Franken höher budgetiert.
Die Entwicklung der letzten Jahre beim Transferaufwand zeigt folgendes: Grafik Transferaufwand folgt
Entwicklung Transferaufwand
Transferertrag
Darin sind alle Gelder zusammengefasst, welche die Gemeinde von Bund, Kanton, anderen Körperschaften und Dritten erhält. Gesamthaft sind das knapp 13,4 Millionen Franken, was rund 1,0 Millionen tiefer als im Vorjahresbudget ist. Aus dem Finanz- und Lastenausgleich des Kantons St.Gallen erhält die Gemeinde Flawil rund 480’000 Franken weniger und die Bundesbeiträge für vorläufig aufgenommene Ausländer mit Status S fallen im 450’000 Franken tiefer aus.
Die Differenz von Transferertrag und -aufwand ist von der Gemeinde zu tragen. Dieser Anteil steigt stetig an.
Finanzaufwand
Der Finanzaufwand, der sich aus dem Aufwand für die Liegenschaften des Finanzvermögens und der Zinsaufwand für die langfristigen Verbindlichkeiten zusammensetzt, ist gegenüber dem Vorjahresbudget um rund 530’000 Franken höher zu erwarten. Bei der Aufnahme von Fremdkapital für die Bauprojekte ist mit höheren Zinsen zu rechnen (360’000 Franken). Der bauliche Unterhalt bei den Finanzliegenschaften erhöht sich um rund 164’000 Franken. Die Erhöhung ist vor allem auf die Innensanierung bei der Liegenschaft Wohngemeinschaft Feld (115’000 Franken) und der Anschlusskosten an die Fernwärme (53’500 Franken) zurückzuführen.
Finanzertrag
Die Abgabe der Technischen Betriebe Flawil an den Gemeindehaushalt beträgt 1,2 Millionen Franken zuzüglich der Anhäufung des Energiefonds mit 400’000 Franken.
Reservenveränderung
Aus den Ausgleichsreserve werden 0,75 Millionen Franken bezogen, aus den Reserven für Werterhalt Finanzvermögen 0,28 Millionen Franken und Reserven aus der Vorfinanzierung des Marktplatzes werden mit 0,17 Millionen beansprucht.
Investitionsrechnung
Funktionale Gliederung
| in CHF | Budget 2027 | Budget 2026 | Rechnung 2025 |
|---|---|---|---|
| Allgemeine Verwaltung | 210’000 | ||
| Öffentliche Ordnung und Sicherheit, Verteidigung | |||
| Bildung | 17’735’000 | 11’145’000 | 6’586’360 |
| Kultur, Freizeit und Sport | 640’000 | 2’275’000 | 2’524’834 |
| Gesundheit | |||
| Soziale Sicherheit | |||
| Verkehr | 3’180’000 | *3’479’000* | 1’766’965 |
| Umweltschutz und Raumordnung | 705’000 | 1’690’000** | 25’908 |
| Volkswirtschaft | |||
| Finanzen und Steuern | |||
| Gesamtergebnis (Nettoinvestitionen) | 22’470’000 | 18’589’000 | 10’904’066 |
** = davon 1.45 Millionen Franken spezialfinanzierter Bereich für 3 Projekte im Bereich der Kanalisationsumlegung und beim «Generellen Entwässerungs plan» (GEP-Massnahmen).
Sachgruppengliederung
| in CHF | Budget 2027 | Budget 2026 | Rechnung 2025 |
|---|---|---|---|
| Investitionsausgaben | |||
| Sachanlagen | 22’070’000 | 18’504’000 | 11’141’772 |
| Immaterielle Anlagen | 400’000 | 85’000 | 88’540 |
| Darlehen | |||
| Beteiligungen und Grundkapitalien | |||
| Investitionseinnahmen | |||
| Übertragung von Sachanlagen ins Finanzvermögen | |||
| Übertragung von immateriellen Anlagen ins Finanzvermögen | |||
| Investitionsbeiträge für eigene Rechnung | 326’246 | ||
| Rückzahlung von Darlehen | |||
| Übertragung von Beteiligungen | |||
| Rückzahlung eigener Investitionsbeiträge | |||
| Nettoinvestitionen | 22’470’000 | 18’589’000 | 10’904’066 |
Investitionsrechnung
Die Gemeindeordnung sieht für die Investitionsrechnung alle Ausgaben und Einnahmen mit einem zukünftigen Nutzen vor, die den Schwellenwert von 150’000 Franken übersteigen und über mehrere Jahre genutzt werden können.
Mit dem Beginn der Nutzungsdauer, also nach der Fertigstellung der Investitionsprojekte, werden diese Ausgaben in der Bilanz aktiviert und über die definierte Nutzungsdauer abgeschrieben. Der Gemeindehaushalt wird nicht direkt durch die Investition, sondern durch die daraus entstehenden Abschreibungen über die definierte Nutzungsdauer belastet, sowie die Verzinsung der nötigen Bankkredite.
Im Jahr 2027 sollen laut Investitionsplan Nettoinvestitionen in der Höhe von 22,47 Millionen Franken getätigt werden. Davon gehen 21,77 Millionen Franken zu Lasten des allgemeinen Haushalts. 0,70 Millionen Franken betreffen den spezialfinanzierten Bereich der Parkplatzbewirtschaftung (Tiefgarage Marktplatz) und den Bereich Abwasser.
Der Investitionsplan für die kommenden Jahre ist weiter unten zu finden.
Neue Nettoinvestitionen
| in CHF | Gesamtkosten | Budget 2027 |
|---|---|---|
| Allgemeine Verwaltung | ||
| Ersatz Hardware für Arbeitsplätze Gemeindepersonal Hinweis: Davon wurden 68 TFr. bereits genehmigt als Aufwand an der BV vom 25. November 25, aber nicht beansprucht). | 210’000 | 210’000 |
| Bildung | ||
| Hardware für Schülerinnen und Schüler 1to1-Computing | 290’000 | 290’000 |
| Ersatz Hardware für Arbeitsplätze Lehrpersonen | 600’000 | 600’000 |
| Oberstufenzentrum, Sanierung Toilettenanlagen/Technische Installationen Trakt 3 + 4 | 400’000 | 50’000 |
| Schulhaus Botsberg, Projektierungskredit Schulanlage Provisorium und Bau | 170’000 | 170’000 |
| Kindergarten Botsberg, Projektierungskredit und Annexbauten | 125’000 | 125’000 |
| Verkehr | ||
| Radwegverbindung Bahnhofplatz bis Burgauerstrasse, Detailplanung Ausführungsprojekt und Bau | 250’000 | 50’000 |
| Total neue Nettoinvestitionen | 2’045’000 | 1’495’000 |
Für neue Kredite beantragt der Gemeinderat der Bürgerversammlung 2,045 Millionen Franken. Diese Kredite werden voraussichtlich grossteils (1,495 Millionen Franken) im Jahr 2027 verwendet, gewisse Planungsarbeiten und deren Abschluss können ins 2028 übergehen.
Dieser Betrag liegt unter dem prognostizierten Cash Flow und ist damit selbstfinanziert (Schuldenbremse).
Ersatz Hardware für Arbeitsplatz Gemeindepersonal
Die Arbeitsplatz-Hardware der Verwaltungsmitarbeitenden ist teilweise in die Jahre gekommen und soll durch neue Geräte ersetzt werden. Im Zuge einer moderneren Arbeitsweise sollen die Arbeitsstationen von Desktop-Computern zu Notebooks umgerüstet werden. An den Schaltern sollen weiterhin Desktop-Computer eingesetzt werden. Ein Ersatz der Monitore ist nicht vorgesehen. Es wird ein Kredit in Höhe von
210’000 Franken beantragt. Davon wurden bereits 68’000 Franken an der Bürgerversammlung im November 2025 mit dem Budget 2026 der Erfolgsrechnung genehmigt, aber nicht beansprucht.
Hardware für Schülerinnen und Schüler 1to1-Computing
Die digitale Transformation in der Volksschule ist in vollem Gange. Ab der 3. Primarschulklasse werden alle Schülerinnen und Schüler mit einem persönlichen Gerät ausgestattet, in der Primarschule mit einem iPad, in der Oberstufenklassen mit einem Convertible. Seit 2026 geht es darum, jährlich die neuen Jahrgänge der 3. Primar- und / oder der 1. Oberstufenklassen auszurüsten. Für 2027 wird für die Ausstattug der 1. Oberstufe ein Kredit von 290’000 Franken beantragt.
Ersatz Hardware für Arbeitsplätze Lehrpersonen
Die Arbeitsplatz-Hardware, welche acht Jahre alt wird, soll durch neue Geräte ersetzt werden. Im Zuge von einer moderneren Arbeitsweise soll allen Lehrpersonen ab einem Vertragsverhältnis von 30 % für die Unterrichtsvorbereitung, den digitalen Unterricht und administrative Aufgaben ein verwalteter Laptop zur Verfügung gestellt werden. Zudem sollen die Lehrerarbeitsplätze in Schulzimmern und Vorbereitungsräumen mit Docking-Stationen ausgerüstet werden. So können Lehrpersonen und Gäste ihre mobilen Geräte mit dem Schulnetz, dem Screen und anderen Peripheriegeräten (Plotter, 3D-Drucker, Roboter, Vernier-Sensoren, …) verbinden. Es wird ein Kredit in Höhe von 600’000 Franken beantragt.
Oberstufenzentrum, Sanierung Toilettenanlagen/Technische Installationen
Im Oberstufenzentrum, Trakt 3 und 4, sollen die bestehenden Toilettenanlagen (insgesamt fünf Anlagen) umfassend saniert und die technischen Sanitär- und Abwasserinstallationen erneuert werden. Die bestehenden Anlagen weisen einen entsprechenden Erneuerungsbedarf auf und entsprechen teilweise nicht mehr den heutigen Anforderungen an eine zeitgemässe Schulanlage.
Im Jahr 2027 sind zunächst Planungsarbeiten im Umfang von 50’000 Franken vorgesehen. Die eigentlichen Sanierungsarbeiten sollen anschliessend in den Jahren 2028 und 2029 etappenweise ausgeführt werden. Damit kann die Sanierung auf die betrieblichen Gegebenheiten der Schulanlage abgestimmt und die Beeinträchtigung des Schulbetriebs möglichst gering gehalten werden.
Die Investition umfasst die Erneuerung der sanitären Einrichtungen, Oberflächen, Leitungen und technischen Installationen. Mit der Sanierung sollen die hygienischen und betrieblichen Anforderungen sichergestellt, die Betriebssicherheit erhöht sowie der zukünftige Unterhalts- und Reparaturaufwand reduziert werden. Gleichzeitig wird die Gebrauchstauglichkeit der Anlagen langfristig gewährleistet und der Wert der Schulinfrastruktur erhalten. Es wird ein Kredit in Höhe von 400’000 Franken beantragt.
Schulhaus Botsberg, Projektierungskredit Schulanlage Provisorium und Bau
Kindergarten und Schulhaus Botsberg sind bezüglich Schüler/innenzahlen schon heute unter Druck. Basierend auf einer sorgfältigen Analyse erwartet die Bildungskommission, dass aufgrund der Überbauungen Botsberg und Areal Hess zusätzlicher Schulraum im Botsberg benötigt wird. Sowohl der Kindergarten als auch die Schule sowie die Tagesstruktur Botsberg werden von steigenden Schülerzahlen betroffen sein. Es wird damit gerechnet, dass eine zusätzliche Kindergarten- und/oder je eine Entlastungsmehrklasse auf der Unter- und Mittelstufe geführt werden muss. Der Gemeinderat hat im Juni 2026 das Vorprojekt für das Provisorium genehmigt und den für Projektierung und Erstellung nötigen Betrag ins Investitionsbudget 2027 aufgenommen. Es wird ein Kredit in Höhe von 170’000 Franken beantragt.
Kindergarten Botsberg, Projektierungskredit und Annexbauten
Kindergarten und Schulhaus Botsberg sind bezüglich Schüler/innenzahlen schon heute unter Druck. Basierend auf einer sorgfältigen Analyse erwartet die Bildungskommission, dass aufgrund der Überbauungen Botsberg und Areal Hess zusätzlicher Schulraum im Botsberg benötigt wird. Sowohl der Kindergarten als auch die Schule sowie die Tagesstruktur Botsberg werden von steigenden Schülerzahlen betroffen sein. Es wird damit gerechnet, dass eine zusätzliche Kindergarten- und/oder je eine Entlastungsmehrklasse auf der Unter- und Mittelstufe geführt werden muss. In diesem Zusammenhang könnte auch auf den aktuell schon erhöhten Raumbedarf im bestehenden Kindergarten reagiert werden. Dort fehlen Gruppenräume für die Arbeit der Deutsch als Zweitsprache (DaZ)- oder Fördergruppen (ISF). Der Gemeinderat hat im Juni 2026 das Vorprojekt für die Annexbauten genehmigt und den für deren Projektierung und Erstellung nötigen Betrag ins Investitionsbudget 2027 aufgenommen. Es wird ein Kredit in Höhe von 125’000 Franken beantragt.
Radwegverbindung Bahnhofplatz bis Burgauerstrasse; Projektierung
Im Januar 2021 hat der Gemeinderat das Projekt «Geh- und Radwegverbindung vom Bahnhofplatz bis zur Burgauerstrasse» als Infrastrukturmassnahme ins 4. Agglomerationsprogramm des Bundes angemeldet. Im Anschluss daran wurde ein Auflageprojekt erarbeitet, welches vom Gemeinderat im Dezember 2024 genehmigt und zur öffentlichen Mitwirkung freigegeben wurde. Im März 2025 erfolgte die öffentliche Mitwirkung und Verhandlungen mit der SBB über die mögliche Nutzung des Bahndammes für den geplanten Geh- und Radweg. Im September 2026 nahm der Gemeinderat vom Ergebnis des Mitwirkungsverfahrens und den Verhandlungen mit der SBB Kenntnis. Im Jahr 2027 erfolgt die Ausarbeitung des Auflageprojekts und voraussichtlich im Frühling 2028 die öffentliche Auflage. Es wird ein Kredit für die Detailplanung des Ausführungsprojekts in der Höhe von 250’000 Franken beantragt.
Investitionsrechnung (Bereits genehmigte Investitionen)
| in CHF | Genehmigungsjahr | Gesamtkosten | Budget 2026 |
|---|---|---|---|
| Bildung | |||
| Neubau Turnhalle und Musikschulzentrum Feld / Baukosten* | 2021/2024/2026 | 21’325’000 | 9’300’000 |
| Neubau Heizzentrale Feld / Baukosten | 2021/2024 | 3’000’000 | 2’300’000 |
| Schulhaus Hinterer Grund, Sanierung und Umbau, Phase 3 Bau | 2026 | 6’994’000 | 4’000’000 |
| Schulbauten: Erneuerung Zentrales Schliesssystem | 2024 | 400’000 | 250’000 |
| Ersatz Beleuchtungen Schulliegenschaften | 2024 | 500’000 | 150’000 |
| Aussenanlagen Flawil, Umrüstung Sportplatzbeleuchtungen | 2025 | 435’000 | 200’000 |
| Schulhaus Vorderer Grund, Sanierung und Erweiterung Schulhaus, Projektierung | 2025 | 300’000 | 300’000 |
| Kultur, Freizeit und Sport | |||
| Marktplatz: Neugestaltung (ohne Tiefgarage) | 2021/2023 | 5’125’000 | 500’000 |
| Weidegg-Pärkli: Attraktivitätssteigerung innerstädtischer Freiräume | 2024 | 175’000 | 140’000 |
| Verkehr | |||
| Sanierung Wiler-/St.Gallerstrasse, Anteil Kantonsstrasse 1. Etappe | 2017/2023 | 4’665’000 | 15’000 |
| Toggenburgerstrasse: Geh- und Radweg, 1. Etappe | 2017/2021 | 523’000 | 495’000 |
| Marktplatz: Anteil Tiefgarage (spezialfinanziert) | 2021/2023 | 5’120’000 | 1’000’000 |
| Begegungszone Magdenauerstrasse bis Badstrasse | 2023 | 555’000 | 495’000 |
| Westausfahrt: Arealentwicklung | 2024 | 150’000 | 150’000 |
| Radwegverbindung Banhofplatz bis Burgauerstrasse / Projektierung | 2021 | 400’000 | 325’000 |
| Sanierung Säntisstrasse West (2. Etappe) / Projektierung | 2025 | 30’000 | 30’000 |
| Sanierung Oberdorfstrasse / Projektierung | 2025 | 25’000 | 25’000 |
| Umwelt, Raumordnung | |||
| Hochwasserschutz Tüfibächli/Dorfbach: Projektierung | 2022 | 300’000 | 220’000 |
| Kanalisationsumlegung Parzelle 2651 (spezialfinanziert) | 2025 | 450’000 | 445’000 |
| Oberbotsbergstrasse, Generelle Entwässerungsplanung (spezialfinanziert) | 500’000 | 60’000 | |
| Total bereits genehmigte Nettoinvestitionen | 20’975’000 |
Neubau Turnhalle und Musikschulzentrum Feld mit Heizzentrale
Die Flawiler Stimmbürgerinnen und Stimmbürger befürworteten am 7. März 2021 den Bruttokredit von 18’655’500 Franken für den Neubau von Turnhalle und Musikschulzentrum Feld als Holzbau deutlich mit 2161 zu 889 Stimmen. An der Bürgerversammlung am 30. April 2024 stimmten die Flawiler Stimmberechtigten darüber hinaus einen Nachtragskredit für projektbedingten Mehrkosten in der Höhe von 2,64 Millionen Franken zu. Danach wurde die alte Turnhalle abgebrochen sowie das Turnhallenprovisorium für die Übergangszeit errichtet. Kurz darauf begannen die Arbeiten für die Baugrube und der Rohbau wurde erstellt. Aufgrund von Delamnierungserscheinungen bei den verbauten Blockholzplatten musste im November 2025 ein Baustopp verfügt werden. Dieser ist inzwischen aufgehoben und die statische Ertüchtigung der fehlbaren Platten im Gang. In diesem Zusammenhang musste der Gemeinderat aufgrund der Mängelfolgekosten einen Nachtragskredit im Umfang von 300’000 Franken sprechen. Nach abgeschlossener Sanierung starten ab Frühjahr 2027 die Innenausbauarbeiten und im Frühling 2028 soll gemäss aktueller Planung die Anlage übernommen und bezogen werden.
Schulhaus Hinterer Grund, Sanierung und Umbau, Phase 3
Die Flawiler Stimmberechtigten haben am 14. Juni 2026 dem Projekt zur Sanierung des Schulhauses «Hinterer Grund» und dem Baukredit über 6’994’000 Franken deutlich zugestimmt. Zwischenzeitlich sind die beiden erforderlichen Baugesuche eingereicht: einerseits für die Gesamtsanierung des historischen Schulhauses und andererseits für die provisorische Schulnutzung im ehemaligen Spital Flawil. Sobald die Baubewilligung vorliegt, soll voraussichtlich zwischen Januar 2027 und Frühling 2027 mit den Umbauarbeiten am ehemaligen Spital gestartet werden, um das Provisorium für den Schulbetrieb vorzubereiten. Die Sanierungsarbeiten am Schulhaus Hinterer Grund starten voraussichtlich im Frühling 2027 und dauern rund ein Jahr. Im Jahr 2027 wird mit Kosten von rund 4 Millionen Franken gerechnet. Der Restbetrag des Baukredits fällt in den Folgejahren an.
Schulbauten / Erneuerung zentrales Schliesssystem
Das bestehende zentrale Schliesssystem ist am Ende seiner Lebensdauer. Ersatzteile sind nur noch schwer erhältlich, wodurch der Unterhaltsaufwand und die Kosten für Reparaturen zunehmen. Die Erneuerung des Schliesssystems erfolgt etappenweise.
Die Umsetzung der letzten Etappe konnte aufgrund der komplexen Koordination mit den verschiedenen Schulobjekten und den damit verbundenen Schliessungen nicht wie ursprünglich vorgesehen im Jahr 2026 abgeschlossen werden und wird deshalb im Jahr 2027 umgesetzt. Zusätzlich sind die Vorgaben des öffentlichen Beschaffungswesens zu berücksichtigen, was eine entsprechende Vorlaufzeit für die Planung und Beschaffung erfordert. Der Restkredit von 250’000 Franken entspricht der noch ausstehenden letzten Etappe der Erneuerung des zentralen Schliesssystems.
Ersatz Beleuchtungen Schulliegenschaften
Auch 2027 soll die Umrüstung auf LED-Technik weiter voranschreiten. Es ist vorgesehen, weitere Schulhäuser umzurüsten und die Teils alten Leuchten zu ersetzen. Der Einsatz von LED-Leuchtmittel ergibt nebst der erwartenden Energieverbrauchsreduktion eine längere Lebensdauer, was wiederum zu Kosteneinsparungen beim Verbrauchsmaterial führen wird. Für das Projekt wurde ein Gesamtkredit von 500’000 Franken genehmigt. Für das Jahr 2027 sind Aufwendungen in Höhe von 150’000 Franken vorgesehen.
Aussenanlagen, Umrüstung Sportplatzbeleuchtungen
Der an der Bürgerversammlung 2025 genehmigte Kredit von 435’000 Franken ermöglicht die Umrüstung der Flutlichtanlagen beim Oberstufenzentrum und der Schulanlage Botsberg auf moderne LED-Technik. Damit werden Energieverbrauch und Betriebskosten deutlich gesenkt, die Lichtqualität verbessert und die Sicherheit für Sporttreibende erhöht. LED-Leuchten sind langlebiger und wartungsärmer, was künftige Unterhaltskosten reduziert. Bestehende Flutlichtmasten werden, soweit ihr Zustand dies zulässt, weiterverwendet, sodass die Mittel effizient und nachhaltig eingesetzt werden. Aufgrund des Baustopps bei der Dreifachhalle Feld und der Wiederaufnahme der Bautätigkeit im Spätherbst 2026 erfolgt die Umrüstung der Sportplatzbeleuchtungen erst im Jahr 2027.
Schulhaus Vorderer Grund, Sanierung und Erweiterung Schulhaus, Projektierungskredit
Die Bildungskommission geht davon aus, dass sich Migration und Geburtenrückgang in Bezug auf die Schüler/-innenzahlen gerade so die Waage halten. Die Aufgabe wird darin bestehen, die Schulinfrastruktur so zu unterhalten, dass sie den heutigen Anforderungen bezüglich räumlicher Qualität (Stichwort Atmosphäre), Sicherheit (Brandschutz), Funktionalität (Barrierefreiheit), modernem Unterricht (flexible Raumnutzung) und Energieeffizienz (Dämmung) entspricht. Das Schulhaus Vorderer Grund wurde 1978 erbaut und seither kaum verändert. Die Projektierung startet im Jahr 2027. Aufgrund von Variantenstudien zum Schulhaus Vorderer Grund und dem Ersatz der baufälligen Turnhalle geht der Gemeinderat davon aus, dass für die Sanierung und Erweiterung des Schulhauses Vorderer Grund inkl. Neubau Turnhalle im Jahr 2032 ein Betrag von 12 Millionen Franken notwendig wird.
Marktplatz: Neugestaltung (ohne Tiefgarage)
Anlässlich der Urnenabstimmung vom 7. März 2021 be antragte der Gemeinderat der Bürgerschaft für die Neugestaltung des Marktplatzes einen Bruttokredit von 8,275 Millionen Franken. Die Flawilerinnen und Flawiler stimmten bei einer Stimmbeteiligung von 52,2 Prozent dem Antrag des Gemeinderats mit 1677 Ja-Stimmen gegen 1450 Nein-Stimmen zu. Der Kredit beinhaltet den Bau eines Kulturhauses mit offener Markthalle und Tiefgarage. Das Projekt ist unter Einbezug der Bevölkerung und von Anspruchsgruppen entstanden. In den letzten beiden Jahren wurde das Vorprojekt zum Bauprojekt weiterentwickelt. Anfang 2023 lag das Baugesuch öffentlich auf. Gegen das Bauvorhaben sind mehrere Einsprachen eingegangen, welche verhandelt werden konnten. Im März 2024 hat die Bau- und Infrastrukturkommission die Baubewilligung zur Neugestaltung des Marktplatzes erteilt. In den vergangenen Jahren stiegen die Baukosten markant. Die teuerungs- und projektbedingten Mehrkosten seit der Urnenabstimmung vom 7. März 2021 betragen rund 2,25 Millionen Franken. Die teuerungsbedingten Mehrkosten von 1,2 Millionen Franken wurden durch den Gemeinderat genehmigt. Die Flawiler Stimmberechtigten genehmigten am 28. November 2023 anlässlich der Bürgerversammlung den Nachtragskredit für die projektbedingten Mehrkosten von rund einer Million Franken. Der Baustart ist im Frühjahr 2025 erfolgt. Die Bauarbeiten inklusive Umgebungsarbeiten sind voraussichtlich im Frühling 2027 abgeschlossen.
Weideggpärkli / Attraktivitätssteigerung innerstädtischer Freiräume
Das Weidegg-Pärkli liegt leicht erhöht in einem Wohngebiet. Von dort bietet sich ein weiter Ausblick über die Gemeinde. Das Weidegg-Pärkli bietet keine spezifischen Angebote für Kinder, spielt aber trotzdem eine wesentliche Rolle in der Versorgung mit öffentlichen Grünflächen in Flawil. Der Park teilt sich in zwei Teilflächen: Im östlichen Bereich führt ein Rundweg um eine nutzungsoffene Rasenfläche, die auch zum Spielen geeignet ist. Nach Norden öffnet sich der Ausblick über Flawil. Grosse, alte Bäume spenden Schatten. Der westliche Teil liegt etwas versteckt hinter Hecken und Gebüsch. Gemäss Spiel- und Pausenplatzkonzept der Gemeinde Flawil aus dem Jahr 2015 ist das Weidegg-Pärkli neben dem Lüdi-Pärkli eine der raren öffentlichen Grünflächen der Gemeinde. Durch seine idyllische Lage mit Aussicht hat es ein grosses Potential nicht nur für die Bewohnerinnen und Bewohner der umliegenden Wohnquartiere, sondern für die gesamte Bevölkerung der Gemeinde. Bei der Neugestaltung soll mit einem Treppenaufgang eine neue Verbindung von der Höhenstrasse in das Pärkli erstellt werden. Nebst Neubepflanzungen von Hochstammbäumen, weiteren Sitzgelegenheiten und einer neuen Chaussierung der Wege sollen Aussichtsplattformen den Blick ins Dorf ermöglichen. Der Bruttokredit beträgt 250’000 Franken. Es wird mit einem Betrag aus dem Agglomerationsprogramm von 75’000 Franken gerechnet. In den nächsten Monaten wird der Gemeinderat von den Mitwirkungsantworten Kenntnis nehmen und das weitere Vorgehen festlegen.
Sanierung Wiler- / St.Gallerstrasse Anteil an Kantonsstrasse: 1. Etappe (Landbergstrasse bis Isnyplatz)
An der Urnenabstimmung vom 12. Februar 2017 haben die Flawiler Stimmberechtigten dem Gemeindebeitrag für das Kantonsstrassenprojekt Wiler- und St.Gallerstrasse zugestimmt. Von den Gesamtkosten von 8,615 Millionen Fran ken trägt mehr als die Hälfte der Kanton. Der Kostenanteil für die Gemeinde Flawil beträgt 4,665 Millionen Franken. Nach dem Ja der Flawiler Stimmberechtigten wurden die Pläne öffentlich aufgelegt. Insgesamt gingen 34 Einsprachen gegen das Projekt ein. Es konnten jedoch mit allen Einsprechenden einvernehmliche Lösungen getroffen werden. Auch bei diesem Projekt gibt es teuerungs- und projektbedingte Mehrkosten. Der Gemeindeanteil erhöht sich um rund 600’000 Franken und gilt als gebundene Ausgabe. Der Start der Bauarbeiten verzögert sich seither infolge der Landerwerbsverhandlungen mit einem verbleibenden Grundeigentümer. Wann der Baustart erfolgt, lässt sich derzeit nicht abschätzen. Aufgrund der Verzögerungen waren die Technischen Betriebe Flawil gezwungen, den Bau der Fernwärmeleitung vorzuziehen wodurch die Verkehrsbehinderungen auf der Kantonsstrasse sich über mehrere Jahre verteilen.
Toggenburgerstrasse Geh- und Radweg 1. Etappe
Entlang der Toggenburgerstrasse im Gebiet Maestrani realisiert das kantonale Tiefbauamt einen neuen Geh- und Radweg. Gleichzeitig wird die Bushaltestelle Maestrani barrierefrei ausgebaut und die Böschung entlang der Kantonsstrasse gesichert. Mit dem Projekt entsteht eine sichere und attraktive Verbindung für den Fuss- und Veloverkehr. Davon profitieren insbesondere Mitarbeitende und Gäste der Maestrani Schweizer Schokoladen AG respektive des Chocolariums. Die Bauarbeiten erfolgen in mehreren Etappen und dauern voraussichtlich bis Ende November 2027. Während der Bauzeit muss zeitweise mit Verkehrsbehinderungen, Umleitungen und geänderten Verkehrsführungen gerechnet werden. Der neue Geh- und Radweg schliesst eine wichtige Lücke im Flawiler Fuss- und Velowegnetz und verbessert die Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmenden.
Begegnungszone Magdenauerstrasse bis Badstrasse
Im Zusammenhang mit der Neugestaltung des Marktplatzes wird der Abschnitt in eine Begegnungszone umsignalsiert, im Einbahnverkehr geführt und in das Gestaltungskonzept des Marktplatzes eingebettet. Die Begegnungszone Magdenauerstrasse konnte Ende September 2026 in Betrieb genommen. im Frühling 2027 folgen die Deckbelagsarbeiten.
Westausfahrt, Arealentwicklung
Entlang der Bahngleise in Richtung Westen erstreckt sich ein Gebiet, das derzeit als Parkplatz genutzt wird. Teile des Gebiets sind Bestandteil des Bahnareals, weitere Tei le befinden sich in der Kernzone. Durch einen möglichen Rückbau des südlichsten Gleises könnte das Gebiet neu genutzt werden. Eine funktionale und ortsbauliche Lösung wird angestrebt. Derzeit prüft die Gemeinde die partizipative Entwicklung eines Nutzungs- und Gestaltungskonzepts entlang der Westausfahrt. Die entsprechenden Projektierungsarbeiten sollen 2027 starten. Der Bruttokredit beträgt 200’000 Franken. Es wird mit einem Betrag aus dem Agglomerationsprogramm von 50’000 Franken gerechnet.
Radwegverbindung Bahnhofplatz bis Burgauerstrasse / Projektierung
Im Januar 2021 hat der Gemeinderat das Projekt «Geh- und Radwegverbindung vom Bahnhofplatz bis zur Burgauerstrasse» als Infrastrukturmassnahme ins 4. Agglomerationsprogramm des Bundes angemeldet. Im Anschluss daran wurde ein Auflageprojekt erarbeitet, welches vom Gemeinderat im Dezember 2024 genehmigt und zur öffentlichen Mitwirkung freigegeben wurde. Im März 2025 erfolgte die öffentliche Mitwirkung und Verhandlungen mit der SBB über die mögliche Nutzung des Bahndammes für den geplanten Geh- und Radweg. Im September 2026 nahm der Gemeinderat vom Ergebnis des Mitwirkungsverfahrens und den Verhandlungen mit der SBB Kenntnis, womit die Projektierungsarbeiten für das Vorprojekt abgeschlossen werden konnten. Im Jahr 2027 erfolgt die Ausarbeitung des Auflageprojekts und voraussichtlich im Frühling 2028 die öffentliche Auflage.
Sanierung Säntisstrasse: Projektierung
Die Säntisstrasse im Abschnitt Hausnummer 26 bis Verzweigung Krankenhausstrasse ist schmal und in einem schlechten baulichen Zustand. Das Ende der Lebensdauer des Strassenabschnittes ist erreicht. Der Strassenkörper muss erneuert werden. Ausserdem dient die Investition der Verbesserung der Verkehrssicherheit und der Sicherheit für die Fussgänger (die Strecke wird häufig durch Bewohner des WPH genutzt). Verschlechtert sich der Strassenzustand, müsste der Abschnitt gesperrt werden. Im Rahmen der Projektierung des Bauprojekts werden verschiedene Sanierungsvarianten geprüft.
Sanierung Oberdorfstrasse, Projektierung
Der Streckenabschnitt ist in einem schlechten technischen Zustand. Über die ganze Strasse sind diverse Belagsflicke vorhanden. Die Wiederherstellung einer intakten Fahrbahnoberfläche ist ein ausgewiesenes Bedürfnis. Im Rahmen der Projektierung des Bauprojekts werden verschiedene Sanierungsvarianten geprüft.
Hochwasserschutz Tüfibächli / Dorfbach: Projektierung
Mit der Abstimmung vom 7. März 2021 hat die Bürgerschaft das Hochwasserschutzprojekt mit der Gewässerführung über den Marktplatz abgelehnt. Der Gemeinderat hat das Abstimmungsergebnis analysiert. Aus Sicht des Rats handelt es sich beim Abstimmungsergebnis vor allem um einen Entscheid zur Linienführung, womit der Hochwasserschutz des Tüfibachs im bisherigen Bachverlauf realisiert werden muss (vgl. FLADE-Blatt vom 12. März 2021). Die zwischenzeitlich durchgeführte Expertise des Hochwasserschutzprojektes durch ein externes Ingenieurbüro konnte aufzeigen, dass das Hochwasserschutzprojekt Dorf- und Tüfibach unter Berücksichtigung der heutigen Linienführung optimiert werden kann. Die Empfehlungen des Ingenieurbüros betreffend Konzept, technischer Details und Kosten dienten als Basis für die öffentliche Ausschreibung der Planerleistungen für das revidierte Auflage- und Bauprojekt. Im Jahr 2022 wurde in der Investitionsplanung mit dem Investitionsbudget 2023 ein Kredit in der Höhe von 300’000 Franken genehmigt. Zwischenzeitlich wurde das Auflage- und Bauprojekt erarbeitet und soll durch die kantonalen Behörden vorgeprüft werden. Voraussichtlich im Jahr 2027 erfolgt die öffentliche Auflage des Hochwasserschutzprojekts.
Kanalisationsumlegung Parzelle 2651 (spezialfinanziert)
Die öffentliche Schmutz- (DN 200) und Meteorwasserkanalisation (DN400) verläuft im heutigen Zustand auf der Parzelle Nr. 2651 vom KS 72 entlang der östlichen sowie nördlichen Parzellengrenze bis zum Vereinigungsschacht-Bauwerk (KS 7), welches auf der Parzelle der Kantonsstrasse liegt. Die Länge der auf der Parzelle verlaufenden Kanalisation beträgt ca. 85 Meter. Zwischenzeitlich sind die Erneuerung und Verlegung der Kanalisationsleitungen abgeschlossen.
Oberbotsbergstrasse, Generelle Entwässerungsplanung (Spezialfinanziert)
Gemäss Bericht zur Generellen Entwässerungsplanung (GEP) muss die öffentliche Kanalisation in der Oberbotsbergstrasse im Abschnitt Steigstrasse bis Hohlgasse saniert werden. Aus wirtschaftlichen Gründen erfolgten die Sanierungsarbeiten in Koordination mit dem Bau der neuen Fernwärmeleitung in der Oberbotsbergstrasse durch die Technischen Betriebe Flawil und sind zwischenzeitlich abgeschlossen.
Finanzplan
Der Finanzplan gibt einen Ausblick auf die voraussichtliche Entwicklung der Gemeindefinanzen in den nächsten fünf Jahren. Dabei werden die finanziellen Auswirkungen von geplanten, aber noch nicht endgültig beschlossenen Massnahmen berücksichtigt. Hauptsächlich dient er den Behörden als Steuerungsinstrument. Im Gegensatz zum Budget hat der Finanzplan keine verbindliche oder genehmigende Funktion. Er soll lediglich aufzeigen, wie sich der Haushalt der Gemeinde auf Basis des aktuellen Kenntnisstandes entwickeln könnte. Zukünftige Rahmenbedingungen wie Bevölkerungswachstum, Inflation und Steuererträge werden dabei geschätzt miteinbezogen.
| in CHF | 2026 Budget | 2027 Budget | 2028 Plan | 2029 Plan | 2030 Plan | 2031 Plan |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Total Netto-aufwand | 46’411 | 47’942 | 49’584 | 50’892 | 51’375 | 51’577 |
| Allgemeine Mittel | ||||||
| Gemeinde- steuern | 27’750 | 30’090 | 30’965 | 32’095 | 33’135 | 34’340 |
| Anteile an Kantons-einnahmen | 4’220 | 3’900 | 3’870 | 3’890 | 3’910 | 3’730 |
| Sonder-steuern | 3‘020 | 3’420 | 3’520 | 3’620 | 3’670 | 3’570 |
| Technische Betriebe Flawil (Abgabe) | 1’201 | 1’200 | 1’200 | 1’200 | 1’200 | 1’200 |
| Finanz-ausgleich | 9’526 | 9’044 | 9’100 | 9’100 | 9’000 | 8’600 |
| Total allgemeine Mittel | 45’716 | 47’654 | 48’655 | 49’905 | 50’915 | 51’440 |
| Jahres-ergebnis | -295 | -287 | -929 | -987 | -460 | 137 |
| Geplanter Steuerfuss | 127 % | 134 % | 134 % | 134 % | 134 % | 134 % |
| Notwendiger Steuerfuss* | 128 % | 139 % | 140 % | 139 % | 138 % | 135 % |
Planperiode zu decken.
Die inskünftigen Abschreibungen sind mit dem Investitionsplan abgestimmt. So können Investitionsvorhaben einzelne Positionen in der Finanzplanung nachhaltig beeinflussen. Der Finanzplan zeigt, inwiefern der Finanzhaushalt ausgeglichen gehalten werden kann.
Dieses Planungs- und Führungsinstrument überarbeitet der Gemeinderat mit der Geschäftsleitung jährlich. Entsprechend dem Gemeindegesetz wird dieser der Bürgerversammlung zur Kenntnis vorgelegt. Er bildet die Basis zur Festlegung der strategischen Budgetziele. Der Finanzplan 2027-2031 beruht auf dem Kenntnisstand von August 2026.
Die Werte und Annahmen, welche für die Planung benutzt werden, sind teils schwer vorhersehbar, wie beispielsweise das Wirtschaftswachstum oder die Teuerung. Es versteht sich von selbst, dass sich die Rahmenbedingungen jederzeit ändern können.
Ausgangspunkt für die Finanzplanjahre 2028 bis 2031 bildet das Budgetjahr 2027. Für die Finanzplanung wird mit einem Durchschnittswert von 0.5 Prozent für die Teuerung gerechnet. Die Abschreibungen erhöhen sich markant in den Planjahren aufgrund der neuen Investitionstätigkeit und der Fertigstellung von Bauten. Die Entwicklung des Sachaufwandes ist moderat.
Die Schätzung der künftigen Steuererträge geht von einem Wachstum bei den Einkommenssteuern der natürlichen Personen von 2,5 Prozent aus. Die Basis dafür bilden Angaben des kantonalen Steueramts sowie eine individuelle Beurteilung der Situation in Flawil. Um die künftigen Aufwendungen zu decken, sieht die Finanzplanung vor, dass der Steuerfuss ab 2027 auf 134% erhöht wird. Der notwendige Steuerfuss zeigt auf, welcher Steuerfuss anzuwenden wäre, damit eine ausgeglichene Rechnung gezeigt werden kann.
Finanzpolitische Ziele
Die prognostizierten Ergebnisse im Finanzplan sind mit Vorsicht zu betrachten. Zum einen sind wie eingangs erwähnt verschiedene Einflussgrössen schwierig abzuschätzen und zum anderen können Massnahmen eingeleitet werden zur Resultatverbesserung.
Die finanzpolitischen Ziele sind:
- Investitionen: Zeitgemässer und zweckmässiger Zustand der Infrastruktur zur Erhaltung der Attraktivität der Gemeinde. Kein Unterhaltsstau und/oder Investitionsstau.
Verschuldung: Die strategische Vorgabe für das Budget 2027 lag bei 1,7 Millionen Franken, gekoppelt an den freien Cash Flow aus Betriebstätigkeit. Der Bürgerversammlung werden neue Investitionen im Umfang von 1,5 Millionen Franken vorgelegt, so dass die Vorgabe eingehalten wurde. Die Verschuldung bzw. der Verschuldungsquotient liegt im Budgetjahr 2027 und in den Planjahren bis 2031 nie über dem Maximalwert von 150%.
Der Cashflow auf Stufe Gemeindetätigkeit ist nach aktueller Planung ab dem Jahr 2026 wieder positiv. Dieser kann zur Finanzierung von eigenen Investitionen verwendet werden und mindert so die Verschuldung (Konzept Schuldenbremse).
Ausgeglichener Haushalt ist ohne die Reserven mit der aktuellen Ausgangslage kurzfristig immer noch kaum realistisch.
Fazit
Die Finanzpolitik stellt für die Gemeinde Flawil ein zentrales Steuerungsinstrument dar. Durch Transparenz können notwendige Massnahmen rechtzeitig eingeleitet und Fehlentwicklungen korrigiert werden. Da Prognosen sowohl besser als auch schlechter ausfallen können als erwartet, hat die langfristige Planung und strategische Finanzpolitik für den neuen Gemeinderat eine entscheidende Bedeutung. Die bereits vom Gemeinderat verabschiedeten sowie die sich in Vorbereitung befindenden Massnahmen gilt es weiter zu entwickeln und konsequent umzusetzen, um die Finanzkennzahlen der Gemeinde Flawil nachhaltig zu stabilisieren.
Weitere Finanzdokumente
Einladung Bürgerversammlung & Bericht / Anträge Gemeinderat und GPK / Stellenplan
Hier finden Sie die Einladung zur Bürgerversammlung mit den Traktanden und Anträgen des Gemeinderates sowie den Bericht der Geschäftsprüfungskommission mit den Anträgen.