Wie haben die Kindergärten, die Schulen und die Tagesstruktur das Jahr 2025 erlebt?

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Das Lehr- und Betreuungspersonal der Schule Flawil sorgte auch 2025 dafür, dass der Unterricht lehr- aber auch erlebnisreich war. Die Highlights der einzelnen Schulstufen sowie der Musikschule und der Tagesstruktur sind hier zusammengefasst.

Kindergarten

Entwicklung bedingt im Kindergartenalter und davor, vor allem anderen, Bewegung und damit verbundene Sinneserfahrungen. Vom Greifreflex zur Stifthaltung oder vom Strampeln zum Hüpfen auf einem Bein, gibt Bewegung unerlässliche Impulse für Entwicklung. Grunderfahrungen im Kleinkindalter wirkt sich auf die Entwicklung aller Funktionen, auch der Sprache, des Zählens und sogar der Emotionen aus. Unzählige Bewegungsvarianten und Kombinationen, Missgeschicke und Erfolge, bilden einen Erfahrungsschatz, auf dem das Lernen aufbaut. In Bewegung erobern Kinder die Welt. Und hinter jeder Bewegung oder Handlung steht eine Absicht oder ein Plan. Die Infrastruktur in den Kindergärten ist darauf ausgerichtet, Bewegungserfahrungen zu machen und Handlungsplanungen zu erproben, um Entwicklungsschritte zu unterstützen, anzuregen und zu machen.
Im Kindergartenalter erweitern Kinder ihr Repertoire der Handlungsplanung in enormem Umfang. Nicht zu wissen, welche Bewegung zum Ziel führt, ist oftmals der Grund für Lernschwierigkeiten. Die Handlungsplanung ist auch beim späteren Lernen in der Schule von entscheidender Bedeutung. Beim Lesen müssen die richtigen Bewegungsabläufe des Sprechens den Buchstaben zugeordnet werden. Und beim Schreiben? Vorstufen der Kulturtechniken vermitteln den Kindern die Grundlagen für das schulische Lernen. Dazu gehört zum Beispiel der Umgang mit Stift und Schere. Diese Bewegungen im Bereich der Fein- und Graphomotorik sind ebenso wichtig, wie grosse Bewegungen. Klettern, Rutschen, Rennen, Hüpfen, Springen, Seilspringen, Purzelbaum, usw. sind Bewegungen, die Koordination und Handlungsplanung voraussetzen. In Bewegung werden spielerisch Grenzen überwunden und Möglichkeiten entdeckt. Bewegung, Verbunden mit freudigem Johlen und Jauchzen, bedeutet, dass im Körper die Bewegung, die Stimme, und die innere Zielsetzung übereinstimmen. Die meisten Kinder lernen Bewegungsabläufe selbständig durch Beobachtung und Nachahmung. Die Aufgabe der Lehrpersonen und Eltern ist es, den Kindern den Spielraum und die Gelegenheit dazu zu geben.

Schulhaus Botsberg

Die Voraussetzungen für Lernen schaffen und verbessern ist eines der wichtigen Themen der Schule. Zum Lernen braucht es ein gutes Arbeitsgedächtnis. Wenn wir uns kurzfristige Informationen merken möchten, so beanspruchen wir das sogenannte Arbeitsgedächtnis. Im Arbeitsgedächtnis werden Informationen gespeichert, die wir gerade im Moment präsent haben und bearbeiten wollen. Die Informationen können über die Ohren oder über die Augen ankommen, also Gehörtes oder Gesehenes umfassen. Aber auch Flexibilität, eine gute Impulskontrolle und die nötige Aufmerksamkeit gehören dazu. Diese Funktionen zu fördern, ist eigentlich kinderleicht und kann ausgezeichnet mit Gesellschaftsspielen erreicht werden. Den Hintergrund und mögliche Spiele dafür hat Barbara Ritter, Spielbegeisterte Neuropsychologin am KER-Zentrum am Ostschweizer Kinderspital St. Gallen den Lehrpersonen weitergegeben. Sie sagt: Gesellschaftsspiele sind ein Leckerbissen für unsere grauen Zellen! Der kognitive Förder- und Trainingseffekt, der durch Spielen erreicht wird, ist enorm. Verschiedene Studien zeigen einen positiven Effekt von Gesellschaftsspielen auf verschiedene Funktionen des Lernens. So z.B. auf logisches Denken, die Verarbeitungsgeschwindigkeit, Flexibilität, und das Gedächtnis und das sowohl bei Kindern als auch bei Jugendlichen und Erwachsenen. Die Wirksamkeit einiger Spiele (Speed, Piktureka, Set, Qwirkle, Chocolate Fix und Rush Hour) wurde im Rahmen einer unabhängigen Studie bei Kindern zwischen sieben und neun Jahren untersucht. Nach acht Wochen intensiven Spielens verbesserten sich die Kinder bedeutsam in der Reaktionsgeschwindigkeit oder im visuell-räumlichen logischen Denken. Eine tägliche Spieldauer von 20 bis 30 Minuten bei Kindern ist also mehr als empfehlenswert. Davon haben sich die Lehrpersonen überzeugen lassen und sich daran gemacht für die Projekttage das Spielen zu organisieren. Gespielt wurde und wird im Unterricht schon immer. Aber nach dem Input von Barbara Ritter ist allen klar, Gesellschaftsspiele spielen ist viel mehr als nur Zeitvertreib.

Mit dem Schuljahreswechsel gab es im Team der Lehrpersonen für einmal keine Wechsel. Diese Konstanz beruhigt und aufgebaute Beziehungen können fortgesetzt und vertieft werden. Ein Umstand der besonders auch den Schulkindern zugutekommt.

Schulhaus Feld und Alterschwil

Das Jahr 2024 stand in beiden Schulhäusern im Zeichen der Schulentwicklung. Wie soll die «Schule der Zukunft» aussehen und wie wird künftig in den Schulhäusern gelernt? Als erster Schritt wurde in beiden Schulhäusern die freie Projektarbeit eingeführt, welche wöchentlich während zwei Lektionen stattfindet. In dieser Zeit lernen die Kinder an ihren selbstgewählten Themen. So fand in beiden Schulhäusern eine Projektwoche zu diesem Schwerpunkt statt und es ist erstaunlich, was alles entstanden und gelernt worden ist.
Zudem wird im Feld die Leseförderung als Schwerpunkt in den Schulalltag integriert und in Alterschwil gibt es neu einen Schulhauschor, der wöchentlich stattfindet.

Schulhaus Enzenbühl

Rund 347 Kinder der Mittelstufe, darunter auch zahlreiche aus dem Schulhaus Enzenbühl, durften vom 5. bis 9. Februar an der Wintersportwoche teilnehmen. Als Alternative zu den Ski- und Snowboardlagern konnten sich die Schülerinnen und Schüler auch für Aktivitäten in Flawil entscheiden. Die Woche konnte bei besten Wetterbedingungen durchgeführt werden.
Mit guten Wünschen und einem kleinen Geschenk durften wir am 1. Schultag 21 neue 1. Klässler/innen, eine neue 4. Klasse aus dem Schulhaus Grund und fünf Schüler/innen in der Kleinklasse willkommen heissen. Traditionell versammelten sich 192 Kinder und Eltern um das Fallschirmtuch und der Anlass wurde von Liedern und den Begrüssungsworten der Schulleitung umrahmt.
Eine Woche lang haben sich die Schülerinnen und Schüler vom Schulhaus Enzenbühl in der Projektwoche vom 29. April. bis 3.5.24 dem Thema „üses Flawil“ gewidmet. Sie konnten sich aus elf verschiedenen Ateliers, für drei entscheiden und wurden danach in eines der ausgewählten Ateliers eingeteilt. In dieser Gruppe waren sie eine ganze Woche lang zusammen unterwegs. Einige Gruppen machten Ausflüge zur Polizei, zur Feuerwehr, in die Schokoladenfabrik, ins Gemeindehaus oder zur Firma Büchi. Andere Gruppen haben programmiert, fürs Altersheim gebastelt oder in der Turnhalle einen Polizeiparcours erstellt und ausprobiert. Die Eltern wurden am Freitagabend eingeladen, Einblick zu nehmen
Die Olympischen Sommerspiele in Paris sind vorbei. Wir haben den olympischen Gedanken wieder aufleben lassen und den diesjährigen Sporttag unter das Motto „Olympiade“ gestellt. Die Schülerinnen und Schüler mussten in Ländergruppen verschiedene Wettkämpfe bestreiten. Dabei gab es sowohl Einzel- und Gruppenwertungen als auch reine Spassstationen. Die Stimmung war super und wir haben sportliche Kinder erlebt, die ihr Bestes gegeben haben.

Das neue LeitBILD vom Enzi

Schulhaus Grund

Seit rund zwei Jahren legen wir ein besonderes Augenmerk auf die Sprachförderung und bilden uns zu diesem Thema regelmässig gemeinsam weiter. 2024 lag der Fokus auf der Schreibkompetenz. In allen Klassen wird seither ein Lese-Tagebuch geführt, welches die Lernenden jeweils in die nächste Klasse mitnehmen.
In der Projektwoche vom letzten Mai tauchten wir ein in die MINT-Themen – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. In Ateliers beschäftigten sich die Kinder beispielsweise mit Magnetismus, Elektrizität, Robotern und Brückenbau.
Das Lernen mit digitalen Medien gehört mittlerweile zum Schulalltag. Die Vorteile schätzen wir und ein sinnvoller Umgang mit dem Tablet ist uns wichtig. Ebenso wichtig ist uns, dass die Kinder auch von den vielen Lernmöglichkeiten rund ums Schulhaus, im Dorf oder im Wald profitieren. Deshalb haben wir für das Schuljahr 2024/25 das Jahresmotto «Draussen lernen» gewählt.

Legorobotik in der Projektwoche

Oberstufe

Die alte Turnhalle ist Geschichte: In der zweiten Jahreshälfte wurde sie abgerissen, um Platz für eine moderne und zeitgemässe Sporthalle zu schaffen, die in den nächsten zwei Jahren entstehen wird. Mit diesem Neubau schaffen wir ideale Voraussetzungen für den Sportunterricht, die Vereine und die Musikschule Flawil.

Während der Bauphase sorgen zwei grosszügige Provisorien dafür, dass der Unterricht im Fach Bewegung und Sport weiterhin gemäss Lehrplan stattfinden kann. Natürlich bringen solche Übergangslösungen Herausforderungen mit sich: Ein Provisorium bietet nicht den Komfort einer voll ausgestatteten Turnhalle – zum Beispiel gibt es keine Duschen. Zudem verkleinert die Baustelle das Pausenareal deutlich. Die rund 300 Jugendlichen haben weniger Platz, um sich in den Pausen zu bewegen oder die Angebote des Pausenverleihs zu nutzen.

Dennoch begegnen alle Beteiligten diesen Umständen mit Flexibilität und Engagement. Jugendliche, Lehrpersonen und Schulleitung machen das Beste aus der Situation und blicken mit grosser Vorfreude auf die neue Halle und das neugestaltete Pausenareal. Besonders erfreulich ist, dass mit der grossen Hainbuche und dem Pausenkiosk zwei vertraute Elemente des alten Pausenareals erhalten bleiben und so eine Brücke zwischen Alt und Neu geschlagen wird.

Musikschule

An der Musikschule Flawil wurden 2024 in 350 Fachbelegungen 302 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. Noch mehr über die Arbeit der Musikschule sagt möglicherweise eine andere Zahl aus: knapp 30 Aufführungen fanden statt. Die Bandbreite reichte von der Strassenmusik bis zum innovativen Orchesterkonzert mit Live-Elektronik in der Fabrikhalle. Hinzu kamen als Höhepunkte des Musikjahres ein Musiklager in den Frühlingsferien und eine Musicalwoche in den Herbstferien.

Diese umfassende Agenda wird von einem Team von «nur» 22 Lehrpersonen realisiert, die in teilweise sehr kleinen Teilpensen angestellt sind. Das bezeugt das grosse Engagement unserer Musiklehrpersonen, die sich an der Musikschule Flawil alle wohlfühlen, sich mit ihr identifizieren und die Schule Flawil als gute Arbeitgeberin wahrnehmen. Die Musikschule Flawil unterstützt ganz besonders das gemeinsame Musizieren. 12 Ensembles gab es 2024, und zwar sowohl im Gesangsbereich als auch für praktisch alle Instrumente. Schliesslich ist die Musikschule auch in der Volksschule präsent: mit 11 Schulklassen in der Musikalischen Grundschule und als Besonderheit mit dem Klassenmusizieren, der Bläserklasse BotsiBand im Schulhaus Botsberg.

Tagesstruktur

Die Tagesstruktur erfreut sich weiterhin einer steigenden Nachfrage nach Betreuungsplätzen. Die Erweiterung um den Standort Meise hat für eine kurzzeitige Entlastung der anderen Standorte gesorgt. Angesichts der laufend grösser werdenden Kindergruppen musste das Team der Betreuungsassistentinnen auch in diesem Jahr weiter ausgebaut werden. Die konstant hohen Kinderzahlen ermöglichen jedoch mehrheitlich eine klare und fixe Einsatzplanung der Mitarbeitenden am jeweiligen Standort.
Im Herbst 2024 hat die Tagesstruktur Botsberg innerhalb des Gebäudes der Technischen Betriebe neue Räume bezogen.

Das Wachstum und die laufende Weiterentwicklung der Tagesstrukturen haben uns dazu bewogen, die bestehenden Konzepte zu überarbeiten. So wurde das Betriebskonzept überarbeitet. Dabei wurden die Gruppengrössen an den Standorten definiert und der Personalschlüssel angepasst. Aber auch die pädagogischen Themen wurden reflektiert, die eingespielten Abläufe geprüft, hinterfragt und wenn nötig angepasst. Neue Themen wie z.B. der Umgang mit elektronischen Geräten in den Tagesstrukturen wurden diskutiert und in die Konzepte aufgenommen.

Tagesstruktur Botsberg

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